Hej, Hej!!
Langsam geht es ja fast schon wieder dem Ende zu…seltsames Gefuehl.
Hier in Göteborg regnet es mindestens so viel, wie man es England nachsagt. Die letzten Tage waren besser. Langsam wird es auch hier winterlich, der Himmel ist meist klar, und es geht endlich in die Minusgrade. Gar nicht so unangenehm wie wir vorerst dachten. Diese eiskalte frische Luft tut wirklich gut, und zudem ist es dann meist trocken. Schnee lässt allerdings nochimmer auf sich warten…
Wir sind endlich aus dem Hostel ausgezogen. Es wurde wirklich langsam Zeit. Manchmal hat uns der Aufenthalt dort an unsere Grenzen gebracht…
…aber nun sind wir endlich angekommen. Der zweite, neue, ganz andere Teil unserer Schwedenreise hat begonnen.
Am Montag wurden wir von unserem Gastpapi abgeholt, bzw. er hat unser Gepäck mit dem Auto abgeholt, um uns den Umzug zu erleichtern - zum Glueck. Da waren wir wohl etwas blauäugig. Mit Tram und Bus, zu Zweit wär der Umzug net zu schaffen gewesen. Wie dem auch sei, die Gastfamilie ist nun bis zum 16. Dezember im Urlaub, und wir haben ihr kleines, gemuetliches Haus uebernommen. Vierzig Quadratmeter, drei Zimmer und ne eigene Kueche. Normalerweise lebt die Familie hier zu viert, also die Eltern und ihre beiden Töchter, die ein Jahr und vier Jahre alt sind.
Die Wohnsituation der Familie spiegelt den Wohnungsmarkt Göteborgs ausgezeichnet wieder. Auch sie haben wenig Platz, finden aber kein anderes Haus und wollen keinesfalls aus Göteborg wegziehen. Daher wird das Haus einfach erweitert, hinten im Garten befindet sich eine Baustelle. Nach dem Umbau sollen insgesamt 160m2 Wohnfläche entstehen. Schon vor dem Einzug der Familie in dieses Haus gab es Platzprobleme. So wurde aus der Einzimmerwohnung das Beste gemacht. Der Balkon wurde zur Kueche, die Kinder leben in einer ausgebauten Abstellkammer und die Dusche befindet sich zu unserer Ueberraschung in einer Wandnische im Wohnzimmer…
Wir koennen es kaum fassen und werden die nächsten zwei Wochen sehr geniessen. Es ist ein bissel wie Urlaub und wahnsinnig gemuetlich.
Vor zwei Wochen haben wir einen tollen Ausflug gemacht. Wir sind mit der Tram nach Saltholmen gefahren und dann mit dem Schiff zu den Inseln “rausgeschwommen”. Dort gab es keine Autos, nur motorisierte Fahrräder mit Ladefläche und zudem viele kleine und grosse Stugas, also die fuer Schweden typischen Holzhäuschen.
Wir hatten Glueck, den ganzen Tag schien die Sonne, es war warm und das alles hat die Atmosphäre perfekt gemacht. Es war wie in vielen Geschichten Astrid Lindgrens, wie z.B. “Die Kinder von Saltkrokan”, “Pippi Langstrumpf” und “Michel aus Lönneberga”.
:)
Genau so haben wir uns da vorgestellt!
Jetzt noch ein paar Dinge, die wir fuer typisch schwedisch halten:
In jedem Bus, oder auch in jeder Tram liegen jeden Morgen die aktuellen Zeitungen, in kleinen Glaskästen aus, die gratis sind, und die jeder mitnehmen darf. Fast alle Fahrgäste nutzen diese Angebot und etwa 75% von ihnen sitzen morgends lesend in der Tram / dem Bus.
Die schwedischen Tueren, sowohl innen und auch aussen, sind mit einer Art Sicherung versehen und gehen nicht einfach auf, wenn man den Griff herunter drueckt. Man muss zudem eine Art Riegel aus Metall drehen. Sehr grewöhnungsbeduerftig, so dass wir am Anfang gegen viele, leider noch verschlossene Tueren gelaufen sind…
Die Toiletten hier sind nicht aufgeteilt in Männer- und Frauentoiletten. Beide benutzen das gleiche “Örtchen”, auch in grösseren Institutionen.
Viele Schweden scheinen die Kombination von Minze und Schokolade zu mögen, die Supermärkte (Hemköp, Willys, Lidl, etc.) haben sich entsprechend der Nachfrage angepasst., begonnen mit After Eight, bis hin zu Eis und Kakaogetränken…
Rauchen ist hier nicht gut angesehen. Stadtdessen steckt man sich den Tabak in kleinen Päckchen, die aussehen wie Teefilter unter die Oberlippe. Viele Schweden haben daher sehr gelbe bis braune Frontzähne. Das ganze nennt sich dann “Snus”. Es ist in Deutschland illegal. Wir duerfen euch also nichts mitbringen. Schade fuer eure Zahnärzte…
In Schweden backt man keine Muerbeteigplätzchen in der Winterzeit, sondern “Pepparkaker”. Das sind kleine, braune Plätzcen, die wie Spekulatius schmecken. Die gesamte Schule duftet in manchen Tagen danach. Sehr verlockend.
Leider koennen wir hier immernoch keine Fotos hochladen.
Die paar, die ihr seht sind aus dem Internet.
Im Haus gibts grad kein Internet, im Hostel wars nicht erlaubt, in der Schule erkennt der Rechner weder die Kamera, noch ander Speichersticks…aber wir bleiben weiter dran.
Liebe Gruesse,
Jessi und Vivi



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